Die Energiepreise steigen und fossile Energieträger sind nur in begrenzter Menge verfügbar. Spätestens seit der Klimadebatte möchte jeder seinen Beitrag leisten.
In erster Linie fällt einem hier wohl die Stromgewinnung durch Sonnenenergie ein.
Aber Sonnenenergie kann auch zur Warmwassernutzung verwendet werden.
Heizen, Abspülen, Abwaschen, Baden und Duschen. Das alles nur durch die Kraft der Sonne. Dieser große gelbe Feuerball stellt so viel Energie zur Verfügung die nicht ungenutzt bleiben sollte.
Das Prinzip einer solchen Warmwasseranlage ist laienhaft am einfachsten so erklärt:
Die Sonnenenergie wird von großen Platten, den sogenannten „Kollektoren“ aufgefangen.
Im Inneren dieser Kollektoren wird in kleinen Röhren damit Wasser erwärmt. Dieses warme Wasser wird über Leitungen zu einem Behälter, dem „Speicher“, geführt und dort zur weiteren Nutzung gespeichert. Dieser Kessel wird dann an die Wasserleitungen des Hauses mit angeschlossen und wenn nun warmes Wasser benötigt wird kann das gespeicherte warme Wasser weiter verwendet werden.
So lässt sich das Prinzip wohl am einfachsten Erklären (obwohl es technisch gesehen doch etwas komplizierter ist.)
Im Jahresdurchschnitt kann eine solche Anlage ca. 55% – 60% der Kosten für Trinkwassererwärmung (Badewasser) decken. Hinzu kommt das Einsparpotential wenn sie zur Heizungsunterstützung verwendet wird.
Die Anlage besteht im Ganzen, neben den Rohrleitungen und Kleinteilen, aus:
Kollektoren
Diese werden in günstigem Winkel zur Sonneneinstrahlung montiert und Erwärmen das Wasser. Dem Wasser wird übrigens zusätzlich eine Flüssigkeit beigemischt die dafür sorgt, dass bei niedrigen Temperaturen das Wasser nicht einfriert und somit die Anlage beschädigt. Außerdem hebt dieser Zusatz die Siedetemperatur des Wassers um so eine Verdampfung in den Leitungen zu vermeiden.
Speicher
In diesen Tanks wird das erwärmte Wasser gespeichert. Damit das Wasser langfristig auf wärmeren Temperaturen gehalten werden kann, sind diese Speicher aufwändig isoliert damit die Wärme im Inneren gehalten werden kann und möglichst wenig davon nach außen gegeben wird.
Solarstation
Diese Station ist das Herzstück jeder Anlage und könnte wohl am einfachsten mit dem Menschlichen Kreislaufsystem verglichen werden.
Die Solarstation beinhaltet, neben einer Pumpe welche das Wasser durch das System pumpt, eine Temperatursteuerung. In dieser Steuerung wird die Temperatur vor und nach dem Kollektor erfasst und bei entsprechendem Temperaturunterschied die Pumpe zugeschaltet.
In der Station befinden sich noch einige Kleinteile wie z. B. Ventile oder Manometer.
Damit die Anlage das warme Wasser im Haus zuführen kann muss sie dann natürlich auch in den Wasser- oder Heizungskreislauf eingebunden werden.
In Deutschland wird der Kauf solche Anlagen (ähnlich wie elektronische Photovoltaikanlagen) vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (kurz BAFA) gefördert. Nähere Informationen können auch über dieses Amt erfragt werden.
Die Anschaffungskosten einer thermischen Solaranlage liegen für einen Vier-Personen-Haushalt im Durchschnitt bei 4800€ – 8800€ (laut Stiftung Warentest, Stand 2002)
Damit eine solche Anlage möglichst lange ihren Dienst tut, sollte sie auch regelmäßig von Fachkräften gewartet werden.

