Die Nutzung von Solarenergie ist aller Wahrscheinlichkeit nach die bekannteste und auch am meisten verwendete Energie der Neuzeit. Aufgrund ihrer Umweltfreundlichkeit nutzen immer mehr Verbraucher die so genannten Solaranlagen, da mitunter keine umweltschädlichen Nebeneffekte wie Kohlendioxid in die Atmosphäre abgegeben werden. Da mindestens 15 mal so viele Sonnenstrahlen auf die Erde treffen wie die gesamte Menschheit in einem Jahr verbrauchen kann, scheint die Nutzung von Sonnenenergie effektiv und nutzvoll zu sein. Doch so eine Solaranlage ist ebenso teuer. Immer mehr Stimmen werden laut, dass Solaranlagen auch eine Menge Nachteile liefern und dass Solaranlagen gar nicht so umweltfreundlich sind, wie es den Anschein hat. Doch schauen wir uns die Solaranlagen mal genauer an.

Die Herstellung sowie Installierung der umweltschonenden Solaranlagen ist leider mit den Jahren nicht günstiger geworden. Für die Schaffung von Solaranlagen ist Silizium ein wichtiger Bestandteil, welcher durch mehrere Etappen mühevoll gewonnen und verarbeitet werden muss. Da diese Methode einfach unabdingbar für Solaranlagen ist, gehen Experten nicht davon aus, dass eine Alternative geschaffen wird, so dass die Herstellungspreise auch in Zukunft nicht bemerkenswert fallen werden können. Die Nutzung von Solaranlagen ist jedoch noch nicht weit fortgeschritten, verwenden wir diese Energiequelle schließlich erst seit wenigen Jahrzehnten. Dies lässt Aussagen über die Haltbarkeit und Verwendungsmöglichkeiten der Solaranlagen noch recht offen. Aufgrund des geringen mechanischen Verschleißes wird angenommen, dass Solaranlagen eine ungefähre Lebensdauer von ca. 20-40 Jahren haben. Die Gesamtenergiebilanz wird hier jedoch positiv eingestuft, weil jede Energieanlage auf kurz oder lang erneuert oder ausgewechselt werden muss.

Ein weiterer und umstrittener Nachteil liegt in der Verfügbarkeit der Sonnenenergie. Um die Energie auch in den Wintermonaten nutzen zu können, wird zusätzlich zur Installation der Solaranlagen ein Akkumulator benötigt, der die empfangene Energie speichert. Andernfalls ist die Sonnenenergie nur in den Sommermonaten zu nutzen, da die Sonneneinstrahlung im Winter bei uns eher gering ist. Auch die Witterungsbedingungen und Tagesstrahlen der Sonne machen der Solaranlage einen Strich durch die Rechnung. Um keine Energieschwankungen in Kauf nehmen zu müssen, bedarf es zusätzlicher Speicherkapazitäten, welche unter Umständen zusätzliche Wirkungsgradverluste oder Infrastrukturkosten verursachen.

Nebenbei erwähnt wird durch die Solaranlage nur Gleichstrom produziert – der Verbraucher benötigt allerdings Wechselstrom, so dass die Energie der Solaranlage für die Nutzung erst umgewandelt werden muss. Hier treten Verluste der Energienutzung von 3-7% auf. Für die Erzeugung des Wechselstromes muss ein Wechseltrichter in die Solaranlage integriert werden. Er ist somit der zweitwichtigste Teil der gesamten Solaranlage und hat die Aufgabe, den in den Solarzellen hergestellten Gleichstrom in Wechselstrom umzuwandeln. Dieses Gerät macht einen großen Teil der Kosten aus und ist zudem in seiner Beschaffenheit sehr anfällig, so dass damit gerechnet werden muss, dass dieses Gerät häufiger aus technischen Gründen ausfällt.

Bislang hielt sich zusätzlich das Gerücht hartnäckig, dass keine andere Energiezufuhr der Solarenergie aufgrund ihrer Umweltfreundlichkeit mithalten könnte. Es ist mittlerweile allerdings bewiesen, dass bei der Herstellung von solartechnischen Anlagen sehr viel Energie benötigt wird, zudem eine Vielzahl von chemischen Mitteln zum Einsatz kommen und auch Unmengen von Wasser verwendet wird. Nach einer jüngsten Studie der EU muss so eine Solaranlage zwischen zwei bis vier Jahren Energie erzeugen, um diesen Aufwand während der Herstellung, welche zweifelsohne nicht emissionsfrei ist, wieder wett zu machen und die aufgewandten Ressourcen wieder einzubringen. Der jedoch größte Nachteil der Erbringung einer Solaranlage liegt in den Kosten. Der Strom aus Windkraft kostet derzeit ungefähr 8cent pro Kilowattstunde, die Erzeugungskosten bei Solarenergie liegen jedoch bei 40-50cent pro Kilowattstunde. In Deutschland und in Österreich müssen diese Kosten laut Gesetz der Stromverbraucher tragen.

Aus technischen und auch wirtschaftlichen Gründen wird erwartet, dass die Solaranlagen jedoch mit der Zeit mehr an Popularität gewinnen werden, was zudem den Herstellungs- sowie Installationspreis senken würde und somit auch die Kosten pro Kilowattstunde vergünstigen könnte.