Man hört es immer wieder in den Nachrichten: Öl- und Gaspreise steigen und steigen ins Uferlose.

Daran sind jedoch nur teilweise die monopolistischen Stellungen der privaten Energiekonzerne mit Streben nach Gewinnmaximierung und die Preiskoppelungen schuld, sondern die schlichte und einfache Wahrheit: es wird langsam bedenklich knapp mit den Reserven.

Während früher noch am Herd oder Kamin geheizt wurde, hat sich Warmwasser und die Gas- bzw. Ölheizung ab der letzten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Nordamerika und Westeuropa zum üblichen Wohnkomfort hoch standardisiert. Dadurch stieg der Energieverbrauch natürlich stark an, wodurch überhaupt erst die Diskussion um Alternativen zu Gas und Öl aufkam.

Beim Energieverbrauch eines durchschnittlichen unsanierten Privathaushalts (Vater, Mutter, zwei Kinder) entfallen etwa 8% auf die Warmwasserbereitung, 53 % auf den Heizenergiebedarf; hinzu kommen ca. 31 % für Kraftfahrzeuge und 8 % für Strom.

Eine solarthermische Anlage spart 55-60% an Kosten für die Wassererwärmung. Im Jahresschnitt würde eine Einsparung von 8% des Heizenergiebedarfs und 5% des Gesamtenergiebedarfs erreicht werden. Solch eine Anlage hat eine Nutzungsdauer von bis zu 25 Jahren.

In Zahlen und Preisen ausgedrückt, hieße das Folgendes:

Die Musterfamilie verbraucht jährlich ca. 420 Liter Heizöl bzw. 420 Kubikmeter Erdgas für die Trinkwassererwärmung (Dusch- und Badewasser). Durch die besagte Einsparung von 55-60% entspräche dies einer Reduzierung von ca. 250 l Öl oder 250 m³ Gas. Bei einem Heizölpreis von 0,97 €/l  (Stand: Mai 2008) führt dies zu einer Einsparung von etwa 240 € im Jahr, wobei die Werte aber stark schwanken können, je nach Nutzungsverhalten und Anlagenstatus.

Die Kosten zur Anschaffung einer solarthermischen Warmwasseranlage liegen je nach Aufwand und Technik zwischen 4.800 € (Flachkollektor) und 8.800 € (Vaakumkollektor), Transport- und Montagekosten mit einberechnet. Die laufenden Kosten ergeben sich aus den Stromkosten für die Solarpumpe und die Wartungskosten.

Besonders im Frühjahr treten hohe Sonneneinstrahlung kombiniert mit niedriger Außentemperatur auf, wodurch sich hier der Einsatz solarthermischer Anlagen auszahlt, die zusätzlich zur Trinkwassererwärmung auch die Heizung unterstützen. Solche Anlagen sind größer und daher selbstverständlich auch teurer als Anlagen nur für die Trinkwassererwärmung.

Bei Altbauten ist daher eine umfassende Wärmedämmung (u.a. Fenster- und Wändeisolierung) anzuraten, bevor eine solche Anlage überhaupt in Betracht gezogen wird. Derzeit werden Systeme angestrebt, die bis zu 30% der Jahresenergie eines Einfamilienhauses einsparen sollen.

Für diejenigen, die ernsthaft in Erwägung ziehen, einen Teil ihrer Heizkosten durch eine Thermoanlage einzusparen, sei Folgendes gesagt:

Wenn Sie gerade dabei sind, zu bauen aber erst nachträglich eine Anlage einbauen möchten ohne wieder renovieren zu müssen, sollten die benötigten Leitungen schon vorher in einem Leerrohr verlegt werden. So brauchen dann nur noch die Anschlüsse geklemmt zu werden, wenn es soweit ist.

Erst optimieren, dann bauen. Besonders bei Altbauten ist wie gesagt eine grundlegende Isolationsprüfung oftmals viel nützlicher als eine teure Solaranlage. Tauschen Sie gegebenenfalls die alte Heizung gegen eine neue aus, um Zirkulationsverluste zu verhindern. Wenn in puncto ungewollte Verluste alles im Rahmen liegt, kann die folgende Solarnanlage auch viel kleiner und wirtschaftlicher ausfallen.

In Deutschland fördert die BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) den Bau von Solaranlagen. Pro Quadratmeter werden 60€ (Warmwasseranlage) bzw. 105€ (Warmwasser + Heizung) einmalig gezahlt (Stand: November 2007). Weitere Fördermöglichkeiten bieten die Bundesländer und teilweise die Städte und Kommunen sowie die örtlichen Energieversorger, jedoch darf nicht jede Förderung frei kombiniert werden. Bei Förderung durch die BAFA sind andere Fördermöglichkeiten ausgeschlossen.